Homematic Ip Rolladenaktor Unterputz

Homematic IP Rollladen-Aktor – Unterputz – Installation & Konfiguration

Der Homematic IP Rollladen-Aktor ist eine kostengünstige Variante zur Automatisierung und Einbindung der elektrischen Rollläden ins Smart Home. Grundvoraussetzung für den Betrieb des Aktors ist neben Verwendung einer Homematic IP CCU2/3 oder eines Access Points, auch die konstante Stromversorgung von 230V. Hierbei kann auf die bestehende Verkabelung des Rollladenmotors zurückgegriffen werden. Die einfachste und schnellste Variante der Installation ist hinter einem bestehenden Wandtaster, da dort alle Kabel zusammenlaufen und die schlanke Bauform des Aktors dies ermöglicht. Bei dieser Installationsform kann der geübte Handwerker innerhalb von 30 Minuten den Rollladen ins Smart Home integrieren. Mit der Steuerung der Rollläden ist das Potenzial des Aktors noch nicht am Ende, da er auch bei Markisen zum Einsatz kommen kann.

In diesem Beitrag zeige ich euch, wie die Installation in unsere vorhandene Verkabelung abgelaufen ist. Nach Abschluss der Installation gehen wir Schritt für Schritt durch die Konfiguration des Aktors auf Basis der CCU3 und betrachten die wichtigsten Einstellungen.

Installation

HINWEIS: Alle Angabe zur elektrischen Installation beruhen auf der mitgelieferten Anleitung. Die von mir beschriebene Vorgehensweise ist NICHT als Handlungsempfehlung oder Anleitung zu sehen. Eine Fachgerechte Installation kann nur durch den Elektriker eurer Wahl durchgeführt werden. Ihr handelt auf eigene Gefahr!

Die Installation des HmIP-FROLL kann wie eben erwähnt sowohl in einer Unterputzdose ( DIN 49073-1) oder einer Aufputzdose ( DIN 60670-1) erfolgen. Persönlich verwende ich keine Wandtaster, welche direkt mit dem Rollladenmotor verbunden sind. Aus diesem Grund bevorzuge ich die Installation direkt im Rollladenkasten mithilfe einer Aufputzdose. An dieser Stelle der erste Hinweis, der Aktor verfügt nur über die Schutzklasse IP20. Entsprechend ist der Aktor gegen eindringen grober Fremdkörper wie beispielsweise Sandkörner geschützt, jedoch nicht gegen Wasser oder Feuchtigkeit. Aus diesem Grund habe ich bei der Aufputzdose darauf geachtet, dass diese für die Schutzklasse IP44 ausgelegt ist.

Aus Sicherheitsgründen habe ich vor der eigentlichen Arbeit im Rollladenkasten und der Verkabelung den Sicherungsautomaten deaktiviert, womit die Leitungen keine Spannung mehr führen.

Verkabelung

Insgesamt verfügt der Homematic IP Rollladen-Aktor über sechs Kabeleingänge, wovon ihr mindestens vier belegen müsst. Die Eingänge sind mit 1, 2, L, N, S1 und S2 beschriftet.

EingangsnameBeschreibung
1Steuerkabel des Rollladenmotors zum herunterfahren des Rollladens
2Steuerkabel des Rollladenmotors zum hochfahren des Rollladens
LAußenleiter – Der Außenleiter ist das Spannungsführende Kabel und je nach Alter der Verkabelung braun oder schwarz isoliert.
NNullleiter – Alternativ als Neutralleiter bekannt ist europaweit das Kabel mit der blauen Isolierung
S1Tastereingang runter – Der Eingang dient dem Anschluss des Wandtasters, um den Rollladen runterzufahren.
S2Tastereingang hoch – Der Eingang dient dem Anschluss des Wandtasters, um den Rollladen hochzufahren.

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Homematic IP Rollladen-Aktor - Unterputz

Die eben erwähnte Mindestbelegung umfasst die Eingänge 1, 2, L und N. Die Steuerung des Rollladens muss bei dieser Installation direkt über die CCU3, die Homematic App oder einer alternativen Softwaresteuerung erfolgen.

Homematic IP Rollladen-Aktor - Unterputz Kabellänge

Bezüglich der zu verwendeten Kabelquerschnitte unterstützt der Aktor 0,75 mm² bis 1,5 mm². Hierbei ist es unabhängig, ob es sich um starre oder feste Kabel handelt. Leider gibt der Hersteller keine eindeutige Aussage inwieweit Aderendhülsen zu verwenden sind oder nicht.

Positiv ist mir die Markierung bezüglich der einzuführenden Aderlänge aufgefallen. Damit ihr die Länge perfekt zuschneiden könnt ihr das ab isolierte Kabel auf den Aktor halten und perfekt zuschneiden, siehe Abbildung. Die Länge beträgt 8mm, wodurch die Kabel beim Anschließen komplett im Aktor verschwinden. Bitte achtet darauf, dass keine blanken Drähte zu sehen sind, ansonsten kann es zu Kurzschlüssen kommen.

Im letzten Schritt muss die Sicherung wieder eingeschaltet werden, wodurch der Homematic IP Rollladen-Aktor direkt in den Anlernmodus versetzt wird. Ab diesem Zeitpunkt habt ihr 3 Minuten Zeit den Aktor im Access Point oder der CCU anzulernen. Sollte das Anlernen nicht funktionieren überprüft zuerst die Status-LED, welche euch einen möglichen Fehlercode anzeigt.

Konfiguration

Zu Beginn der Konfiguration habe ich mich auf der CCU angemeldet und den Aktor angelernt. In der Geräteübersicht, Einstellungen –> Geräte, wird der Aktor dann als HmIP-FROLL angezeigt. Daraufhin beginnt ihr Konfiguration über den Button Einstellungen in der Aktionsspalte des Aktors. Anschließend werden euch die insgesamt acht Kanäle des Homematic IP Rollladen-Aktors angezeigt

Direkt im ersten Kanal, Channel 0, beginnen wir mit der Konfiguration. Neben den Zyklischen Statusmeldungen, welche ich beim Standard belasse, wird der Breiten- und Längengrad eures Wohnortes abgefragt. Diesen müsst ihr auf jeden Fall eintragen, da anhand dieser Informationen der Sonnenauf- und untergang ermittelt wird. Wenn ihr diesen nicht wisst, könnt ihr ihn mit, Beispielsweise Google Maps, ermitteln. Dazu einfach mit der linken Maustaste auf euren Standort klicken und anschließend auf den erschienenen Pin mit der rechten Maustaste klicken. Direkt in der ersten Zeile wird euch nun der Breiten- und Längengrad angezeigt.

Weiterhin gibt es im ersten Kanal noch zwei Checkboxen, die ich aktiviert habe. Der automatische Wechsel von Sommer auf Winterzeit und „Routing aktiv“. Persönlich würde ich immer vergessen, wenn die Sommer und Winterzeit gewechselt wird und entsprechend würde der Rollladen zu früh oder zu spät angesteuert werden, darum Checkbox aktivieren. Die Aktivierung des Routings macht erst Sinn wenn ihr einen Homematic IP Router verwendet, was bei mir zutreffend ist. Sollte der Aktor nicht über die CCU3 erreicht werden, versucht dieser über den Homematic IP Router zu kommunizieren. Entsprechend werden Kommunikationsabbrüche oder Probleme vermieden.

Homematic IP Rollladen-Aktor - Unterputz

Externer Taster

In Kanal 1 & 2 wird der externe Taster, welcher auf den Aktoreingängen S1 & S2 angeschlossen wird, konfiguriert. Insofern ihr keinen Taster verwendet könnt ihr diesen Abschnitt überspringen.

Identisch zu dem Homematic IP Wandtastern kann eingestellt werden, wieviel Sekunden einen Taste gedrückt werden muss, damit diese als langer Tastendruck verstanden wird. Standardmäßig beträgt dies 0,4 Sekunden. Ebenso kann danach eingestellt werden, wie lange das Gerät keinen langen Tastendruck mehr akzeptiert. Diese Funktion bietet den Vorteil, dass nicht mehrfach aus Versehen der selbe Befehl ausgeführt wird. Identisch könnt ihr den kurzen Tastendruck mit der Doppelklick-Zeit sperren.

Abhängig vom verwendeten Taster ist die schnellere Reaktion auf einen erneuten Tastendruck zu konfigurieren. Dabei kann der noch laufende Befehl des ausgewählten Kanals „Alte Sendevorgänge dieser Taste abbrechen“, direkt abgebrochen werden. Wenn ihr Tastenpaare zum Steuern verwendet, empfiehlt der Hersteller beide Kanäle auszuwählen.

Natürlich bringen die unterschiedlichen Tastendruck Zeiten auch unterschiedliche Verhaltensweisen mit sich. Bei einem kurzen Tastendruck werden die Endpositionen des Rollladens angefahren. Das bedeutet, dass dieser komplett geöffnet oder geschlossen wird. Bei einem langen Tastendruck fährt der Rollanden so lange in die gewünschte Richtung bis die Taste wieder losgelassen wird.

Die richtige Fahrzeit, ohne die geht nichts!

Kommen wir zur wichtigsten Konfiguration, die Konfiguration der Fahrzeiten und dem Verhalten des Aktors. An dieser Stelle der wichtige Hinweis: Abhängig von dem Rollladenmotor, welchen ihr verwendet, kann der Aktor die Werte eigenständig ermitteln. In meinem Fall unterstützt der Motor diese Funktion nicht, warum ich alles händisch einstellen muss.

Die Fahrzeiten des Motors kann mithilfe einer Kalibriefahrt vom System ermittelt werden. Gerade bei unterschiedlichen Witterungen bietet diese Motoren Vorteile, da die Fahrzeiten sich je nach Jahreszeit minimal verändern können. Wenn eure Motoren diese Option unterstützen, solltet ihr die „Anzahl der Fahrten bis zur automatischen Referenzfahrt“ verwenden. Persönlich würde ich dort 60 Fahrten eintragen, was ungefähr einmal im Monat wäre.

Beim manuellen Einstellen könnt ihr aus vier vordefinierten Zeiten wählen:

  • 90 Sekunden
  • 60 Sekunden
  • 45 Sekunden
  • 30 Sekunden

Alternativ dazu könnt ihr die Werte auch selbst in Sekunden eintragen. In meinem Fall beträgt die Hochfahrzeit 61 Sekunden und die Zeit zum Herunterfahren 45 Sekunden. Ermittelt habe ich die Werte, in dem ich mich mit der Stoppuhr vor den Rollladen gestellt habe und diesen jeweils dreimal hoch- und runtergefahren habe. Der Mittelwert aus diesen Ergebnissen ergab die oben genannten Werte.

Insofern euer Motor nachdem einschalten mit einer Verzögerung startet müsst ihr diese unter „Kompensation der Motorverzögerung“ mitgeben. Auch hier könnte die Zeit automatisch ermittelt werden, wenn der Motor dies unterstützt.

Im letzten Schritt muss dem Homematic IP Rollladen-Aktor mitgeteilt werden, wie er sich bei der Spannungszufuhr verhalten soll. Beispielsweise welchen Status er nach einem Stromausfall annehmen soll. Ich bevorzuge hier immer den Status heruntergefahren, was eine komplette Behanghöhe von 0% entspricht. Sollte der Rollladen nach einem Stromausfall geöffnet sein, müsst ihr diesen einmal komplett hoch- und runterfahren. Danach hat die CCU wieder den passenden Status.

Homematic IP Rollladen-Aktor

Wochenprogramme

Im letzten Kanal kann das Wochenprogramm des Aktors eingestellt werden. Dadurch fahren eure Rollläden automatisch zu den definierten Öffnungs- und Verschlusszeiten. Dazu einfach auf das grüne Plus-Symbol klicken und der erste Schaltzeitpunkt erscheint.

Bedingung

Homematic IP Rollladen-Aktor

Insgesamt könnt ihr aus acht Bedingungen wählen, welche als Auslöser einer Öffnungs- oder Verschlussfahrt dienen, siehe Abbildung. An dieser Stelle werde ich nicht im Detail auf die einzelnen Bedingungen eingehen, da ich diese Bereits im Beitrag zum Homematic IP Wired Rollladen-Aktor aufgeschlüsselt habe.

Ich bevorzuge bei uns eine Kombination aus Astrofunktion und fester Uhrzeit, wodurch Bedingung 1 & 2 nicht in Frage kommen. Ich möchte das morgens der Rollladen entweder zur Astrozeit oder zur fest eingetragen Uhrzeit hochfährt, jedoch soll der Aktor den späteren Zeitpunkt bevorzugen, entsprechend Nr. 8. Beim Sonnenuntergang hingegen soll diese Logik umgedreht werden und der frühere Wert ausführen, also Nr. 7.

Astro, Astro Offset und Wochentage

Bei der Verwendung der Astrofunktion ist auszuwählen, ob wir die Zeit des Sonnenauf- oder untergangs verwenden möchtet, welches durch das Dropdown Feld neben Astro geschieht. Besonders interessant finde ich das Feld Astro-Offset, da mit diesem die Astrozeit vom System verändert werden kann. Entweder möchtet ihr das die Steuerung eine gewisse Zeit vor oder nach der Astrozeit erfolgt. Dabei könnt ihr bis zu 128 Minuten früher oder 127 später, nach der Astrozeit die Rollläden anfahren.

Abschließend muss nur noch eingestellt werden, an welchen Wochentagen die Schaltung ausgeführt werden soll. Eine Kombination unterschiedlicher Schaltzeitpunkte ist möglich.

Technische Details

Abmessung (B x H x T)SchutzartGewichtFunkreichweite
55 x 33 x 41 mmIP2040g180m
StromversorgungLeitungsquerschnitt maximale Leistungsaufnahme Standbymaximale Schaltleistung
230V0,75 – 1,5 mm²0,2W500W

Lieferumfang

Im Lieferumfang des Homematic IP Rollladen-Aktors befindet sich neben dem Aktor auch eine Bedienungsanleitung in sechs verschiedenen sprachen, sowie der QR-Code.

Kurzfassung

  • Homematic IP Rollladen-Aktor – Unterputz
  • QR-Code
  • Bedienungsanleitung: deutsch, englisch, französisch , spanisch, italienisch & niederländisch

Video

Die Installation und Konfiguration des Homematic IP Rollladen-Aktors könnt ihr euch auch auf meinem Youtube Kanal ansehen.

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