Als vor einigen Wochen der Shelly PM Mini Gen3 auf den Markt gekommen ist, waren viele inklusive mir etwas überrascht. Warum kommt nur wenige Wochen nach der Vorstellung des Shelly Plus PM Mini eine neue Variante auf den Markt? Worin liegt der Unterschied und was kann der neue mehr als der alte? 

Diese und viele weitere Fragen werde ich euch in diesem Beitrag beantworten und obendrein auf die Verkabelung mit dem Balkonkraftwerk oder anderen Verbrauchern eingehen. Natürlich darf die Konfiguration in der Shelly Smart Control App nicht fehlen, sowie die Auswertungsmöglichkeiten, die die App bietet.

Unterschiede zum Plus PM Mini

Beginnen wir mit der spannendsten Frage: Worin unterscheiden sich die beiden Geräte? 

Bei erster Betrachtung fällt direkt auf, dass der Gen3 nun schwarze statt blaue Klemmen hat und diese mit einer Kreuzschlitzschraube ausgestattet sind. Im Vergleich hatte der Shelly Plus PM Mini noch Schlitzschrauben. Beim Vergleich der Maße hat der Gen3 1mm weniger an Höhe, ansonsten sind die Maße gleich geblieben.

Bezogen auf die Klemmen bin ich jedoch positiv überrascht, da der Shelly PM Mini Gen3 jetzt Adern bis zu 2,5 mm² unterstützt. Beim Vorgänger war bei 1,5 mm² Schluss. Weiterhin können jetzt auch die Adern bis zu 7mm (6mm Plus PM Mini) in das Gerät eingeführt werden.

Der größte Unterschied befindet sich jedoch im Gerät inform der verbauten CPU und des Speichers, welcher nun 8 MB anstelle der vorherigen 4 MB besitzt. Die CPU ist nun eine ESP-Shelly-C38F anstatt der ESP32. Dieses Upgrade wird vom Hersteller durch den vorbereiten Support für Matter begründet. Genau hier liegt in meinen Augen auch der Hase begraben. Die neuen Mini Geräte werden künftig Matter unterstützen. Durch die Erweiterung sollen die Geräte auch schneller und reibungsloser funktionieren. Ein weiterer Punkt ist die Unterstützung von virtuellen Komponenten.

Bezogen auf die maximale Messleistung von 3.840W und eine maximale Stromstärke von 16A sind beide Geräte identisch.

Installation

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Montage um ein spannungsführendes Gerät handelt und ihr direkt in der Elektroverkabelung arbeitet der Hinweis:

Die im Folgenden beschriebene Montage beruht auf meinen Erfahrungen und ist weder als Handlungsempfehlung noch als Anleitung zu verstehen. Die Montage geschieht auf eigene Gefahr! Ich übernehme keine Haftung für Personen-, Sach- oder allgemeine Schäden. Die Montage sollte ausschließlich von Fachkräften durchgeführt werden.

Durch seine äußerst kleine Bauweise findet der Shelly PM Mini Gen3 in jeder handelsüblichen Unter- oder Aufputzdose seinen Platz. Eine Ausnahme bilden Aufputzdosen mit den Maßen 75 x 37 x 40 mm, dort wird es wirklich etwas schwierig.

Der Shelly verfügt über insgesamt vier Schraubklemmen, die mit den Buchstaben O, L und N beschriftet sind. Davon ist jeweils eine mit L und N beschriftet, sowie die restlichen mit O. Die im folgenden gezeigten Installationen unterscheiden sich einmal in Verwendung mit einem Balkonkraftwerk und in Kombination mit Verbrauchen. In meinem Fall sind die Verbraucher eine Steckdose und eine Lampe.

Verbraucher

Damit ihr den Verbrauch eurer Geräte über den Shelly PM Mini Gen3 messen könnt, muss dieser in die Verkabelung eingebaut werden. Dazu ist er mit den vorhandenen Außen- und Neutralleiter zu verbinden. Wir beginnen mit dem Neutralleiter, der üblicherweise mit der blauen Isolierung versehen ist. Aufgrund der Tatsache, dass der Neutralleiter auch bei den Verbrauchern ankommen muss, lege ich den Neutralleiter der Zuleitung auf eine Verteilerklemme. Anschließend werden die Ableitungen eurer Verbraucher auch auf die Verteilerklemme gelegt und zum Schluss eine neue Ader von der Verteilerklemme auf den Shelly. Der Neutralleiter kommt auf den Klemmplatz N auf dem Shelly.

Im nächsten Schritt folgt der Anschluss des Außenleiters, braune Isolierung, auf dem Shelly. Der Außenleiter eurer Zuleitung muss auf den Klemmplatz L des Shellys gelegt werden. Dadurch wird der Shelly PM Mini Gen3 mit Strom versorgt. Ein weiterer Aspekt ist, dass der Außenleiter, der nun auf dem Shelly liegt, auch eure Verbraucher versorgt.

Zum Schluss folgt der Anschluss der Verbraucher. Die bzw. der Außenleiter, welche zu eurem Verbraucher, bei mir die Lampe und die Steckdose, führt kommt auf den Klemmplatz O auf dem Shelly. Hier bietet das Gerät den Vorteil, dass gleichzeitig zwei Verbraucher angeschlossen werden können, da zwei Klemmen vorhanden sind.

Der Shelly wird nicht mit einer Erdung versorgt, entsprechend muss diese direkt von eurer Zuleitung, zum Verbraucher geschliffen werden

Balkonkraftwerk

Das Balkonkraftwerk wird identisch zum Verbraucher angeschlossen. Zum einfachen Verständnis habe ich ein weiteres Schaubild vorbereitet. Der Shelly muss ebenfalls mit dem Außen- und Neutralleiter eurer Zuleitung versorgt werden. Dazu wird der Außenleiter auf den Klemmplatz L gelegt und der Neutralleiter auf N. Auch hier muss der Neutralleiter vorab auf eine Verteilerklemme gelegt werden und die Ableitung des Neutralleiters zum Balkonkraftwerk ebenfalls. 

Der Außenleiter, welcher zum Balkonkraftwerk führt, kommt auf einen der Klemmplätze mit der Beschriftung O. Die Erdung wird direkt zum Balkonkraftwerk durchgeschliffen.

Konfiguration

Nachdem der Shelly verkabelt und mit Strom versorgt ist, können wir mit der Konfiguration in der App beginnen. Dazu wird die Shelly Smart Control App benötigt, welche sowohl für iOS als auch Android Nutzer in den entsprechenden Stores  verfügbar ist. Nachdem ihr die App installiert und die Registrierung vorgenommen habt, können wir mit dem Anlernen des Shelly PM Mini Gen3 beginnen.

Anlernen

Nachdem der Shelly mit Strom versorgt wurde, sendet dieser ein Bluetooth Signal aus, worüber wir das Gerät mit eurem Konto verknüpfen. Dazu gehen wir auf dem Dashboard auf das weise Plus-Symbol im blauen Kreis und anschließend auf “Hinzufügen über Bluetooth”. Mit dem tippen auf den Button “Weiter” erscheint direkt der Shelly PM Mini, welchen wir antippen und ebenfalls mit “Weiter” bestätigen. Daraufhin kann das Gerät mit eurem WLAN verbunden werden, wichtig es werden ausschließlich 2,4 GHz Netzwerke unterstützt, die nicht versteckt sind. Wenn ihr eure WLAN Daten bereits gespeichert habt, werden diese automatisch übernommen. Weiterhin könnt ihr nun sagen, ob Bluetooth und der WLAN-AP des Geräts deaktiviert werden sollen. Dazu einfach die Schieberegler eingeschaltet lassen.

Standardmäßig sendet jedes Shelly Gerät eine eigene WLAN-Kennung aus, was als WLAN-AP verstanden wird, sowie ein Bluetooth Signal.

Im letzten Schritt alles über den Knopf  “+Gerät hinzufügen” bestätigen und der Anlernprozess beginnt. Sobald das Anlernen erfolgreich war, werdet ihr dazu aufgefordert, dem Gerät einen Namen zu geben und ein Anzeigebild festzulegen. Zuletzt kann der Shelly PM Mini Gen3 noch einem Raum zugeordnet werden, womit der Anlernprozess abgeschlossen ist.

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Einstellungen

Neben den klassischen Funktionen zum Updaten der Firmware  oder dem Anzeigen der Geräteinformationen, befindet sich unter den Einstellungen auch der Energiesparmodus. Dieser kann einfach durch ein Tippen auf den Schieberegler eingeschaltet werden, womit der Shelly weniger Strom verbraucht. Im Allgemeinen gibt der Hersteller den Verbrauch als kleiner 1,2W an, also wirklich nicht viel. Auf Jahr hochgerechnet sind dies dennoch über 10 kWh, also einschalten.Persönlich habe ich keine Beeinträchtigung der Leistung des Shelly beim Einschalten des Energiesparmodus festgestellt. 

Weiterhin kann unter den Einstellungen das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt, neu gestartet oder der Standort des Shellys festgelegt werden. Der Standort ist gerade im Bezug auf die Zeitangaben im Log wichtig.

Anwendungseinstellungen

Damit die App die Verwendung des Shelly PM Mini Gen3 besser einschätzen kann, findet ihr unter den Anwendungseinstellungen den Punkt Gerätetypen. Hier kann aus einer Auswahl vordefinierter Gerätetypen gewählt werden. Darunter befinden sich auch zwei Typen, die für die Erzeugte Energie gedacht sind, Netzquelle und Erzeugte Energie.

Passend dazu kann die Verbrauchsberechnung des Shellys in Bezug auf die Werte in der App eingestellt werden. Über den ersten Schieberegler kann der gemessene Verbrauch von Gesamtverbrauch des Raumes ausgeschlossen werden. Der zweite Punkt bezieht sich auf das gesamte Konto, wovon der gemessene Verbrauch ausgeschlossen werden kann. Standardmäßig werden die Messwerte im Raum als auch im Konto mit einbezogen.

Netzwerke

Unter den Netzwerken, wie unschwer am Namen zu schließen ist, befinden sich alle Einstellungen bezüglich der Verbindungen des Shellys. 

Zuerst befinden sich die Einstellungen zu WLAN 1 und WLAN 2. Ja, ihr habt richtig gelesen zwei WLAN-Einstellungen. Ihr könnt den Shelly mit zwei Wlan Netzwerken verbinden. Der Vorteil dabei ist, sollte eines der beiden ausfallen, hättet ihr immer noch ein Backup. Ich empfehle jedoch immer nur ein WLAN aktiviert zu haben, damit der Shelly nicht zwischen den Netzen springt.

Wie beim Anlernen erwähnt, strahlt der Shelly ebenfalls ein WLAN aus, welches zur Konfiguration verwendet werden kann, Standardmäßig ist dies nicht verschlüsselt. Solltet ihr das Netzwerk nicht deaktivieren, empfehle ich unter dem Punkt Zugangspunkt ein Kennwort zu setzen. 

Neben den beiden WLAN-Einstellungen, findet ihr hier auch die MQTT Einstellungen. Diese Empfehle ich aber direkt über die Weboberfläche des Shellys zu konfigurieren. Zum Schluss kann das Bluetooth Signal unter den Netzwerken gesteuert werden. Wenn ihr das Bluetooth-Gateway verwenden wollt, einfach den Schieberegler aktivieren. Damit spart ihr euch den Gateway-Stick, welchen ich bereits in einem vorherigen Beitrag vorgestellt habe. Mit dem Aktivieren fungiert der Shelly PM Mini Gen3 als vollwertiges Gateway und eure BLE Geräte können sich verbinden. WICHTIG: Bei Verwendung des Gateways muss immer Bluetooth aktiviert sein.

Diagramme & Auswertung

Die Auswertung der vom Shelly PM Mini Gen3 gemessen Werte lassen in der App das Herz jedes Diagramm Liebhabers höher schlagen. Losgelöst ob ihr die Werte der letzten 24 Stunden, des letzten Tages, die letzen 7 Tage, Woche, 30 Tage, Monat, 12 Monate oder das gesamte letzten Jahres sehen möchtet, die Shelly App speichert alle Werte

Dabei ist sowohl die grafische Aufbereitung der Werte als auch die Ansicht der reinen Zahlenwerte jederzeit möglich. Sobald der Shelly je nach ausgewählten Zeitraum genügend Werte gesammelt hat, gibt er auch Vergleichswerte zum vorherigen Zeitraum an. Natürlich können zu viele Werte schnell verwirren, darum können die einzelnen Werte im Diagramm einfach ausgeblendet werden. Der Balkonkraftwerk-Betreiber freut sich an dieser Stelle besonders, da die negativen Werte ebenfalls dargestellt werden.

Allen, die die Auswertungen nicht ausreichen, haben obendrein die Möglichkeit alle Werte, je nach ausgewählten Zeitraum, als .csv Datei zu exportieren. Auf Basis der Datei könnt ihr eigene Auswertungen anstellen.

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Mehr Informationen

Einbindung / Protokolle

Identisch zu den bereits vorgestellten Shelly 1PM Mini Gen3 bietet diese Variante ohne Schaltrelai dieselben Möglichkeiten. Dies ist auf die Offenheit des Herstellers zurückzuführen, welcher zwar eine hervorragende App bereitstellt, jedoch auch andere Plattformen unterstützt. 

Der Shelly PM Mini Gen3 kann auch komplett ohne App verwendet werden, beispielsweise über die Weboberfläche oder andere Zentralen. Mit anderen Zentralen meine ich ioBroker oder Home Assistant. Die Geräte unterstützen bisher durchweg MQTT und künftig ist Matter geplant. Die Kopplung der bekannten Sprachassistenten darf natürlich nicht fehlen.

Einsatzmöglichkeiten

Eigentlich ist die Frage der Einsatzmöglichkeiten des Shelly PM Mini Gen3 falsch. Vielmehr sollte die Frage lauten: Wo kann er nicht eingesetzt werden? Durch seine einfache Bauweise passt er perfekt in die kleinsten Ecken und gerade durch die jetzige Option, auch Aderquerschnitte von 2,5 mm² verwenden zu können, sehe ich kaum noch Grenzen. Die einzige Einschränkung, welche ich aktuell sehe, liegt in der Limitierung der Stromstärke und Messleistung.

Aktuell habe ich den Vorgänger, Shelly Plus PM Mini, in einem Kellerraum bei uns installiert, um alle Verbräuche aus dem Raum monitoren zu können. In dem Raum befindet sich ein Kühlschrank, aus diesem Grund ich die Verbräuche wissen möchte. Den Shelly PM Mini Gen3 werde ich künftig im Garten installieren, um gerade die Verbräuche im Sommer mitlesen zu können. Beispielsweise Rasenmähen, Gartenbewässerung usw. sind für mich bisher nicht greifbare Verbräuche, welche ich künftig überwachen möchte.

Wie bei der Installation bereits erwähnt, könnt ihr damit auch perfekt die Leistung und Erträge von Balkonkraftwerken messen. Sicherlich ist es für den ein oder anderen von uns interessant, dass Shelly über zwei Ausgänge verfügt. Damit könnten ggf. gerade bei neuen Verkabelungen im Verteilerkasten die Steckdosen und gleichzeitig die Beleuchtung überwacht werden.

Fazit

Der Shelly PM Mini Gen3 ist in meinen Augen eine kostengünstige Lösung um seinen Stromverbrauch direkt in der Verkabelung messen zu können. Natürlich sind die Zwischenstecker bei den meisten am häufigsten anzutreffen, was mit Sicherheit auf die einfache Installation zurückzuführen ist. Doch sind wir einmal ehrlich, gefällt es euch, wenn an jeder Steckdose so ein Zwischenstecker aus der Wand kommt? 

Durch die fast unbegrenzten Einsatzzwecke kann dieser fast im ganzen Haushalt eingesetzt werden. Insofern der Shelly in einer Aufputzdose mit der entsprechenden Schutzklasse installiert wird, kann dieser auch im Außenbereich verwendet werden. Natürlich ist die Ausgabe von erzeugten Strom als negative Werte für die Stromproduzenten von uns unabdinglich. Insofern euch nicht klar sein sollte, warum man seinen gesamten Verbrauch überwachen sollte, schaut doch mal in meinem Beitrag zum Energieflussdiagramm vorbei 🙂

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